DaWanda – Portemonnaie-Bedingungen

Die DaWanda GmbH, Windscheidstraße 18, D-10627 Berlin („DaWanda“) betreibt unter der Internetadresse de.dawanda.com und unter anderen Internetadressen Europas größten Online-Marktplatz für Unikate und Selbstgemachtes („Marktplatz“). Auf dem Marktplatz verkaufen Kreative, Designer und sonstige Verkäufer (insgesamt „Verkäufer“) über von ihnen betriebene Shops Unikate und Produkte in limitierter Auflage (insgesamt „Produkte“) an Käufer („Käufer“). DaWanda ist nicht Vertragspartner der zwischen Käufern und Verkäufern geschlossenen Verträge.

DaWanda bietet Verkäufern über den Marktplatz die Möglichkeit zum Vertragsschluss mit der MANGOPAY S.A. („MANGOPAY“), um elektronisch gespeicherte monetäre Werte („E-Geld“) über das von MANGOPAY bereitgestellte elektronische Zahlungssystem zu nutzen. Verkäufer können hierfür über den Marktplatz auf eine persönliche elektronische Geldbörse zugreifen, die MANGOPAY nutzt („Portemonnaie“).

  1. Geltungsbereich

    1. Diese „Portemonnaie-Bedingungen“ regeln die Bedingungen, zu denen DaWanda Verkäufern die Nutzung von E-Geld über MANGOPAY im Rahmen eines Nutzungsvertrages („Nutzungsvertrag“) ermöglicht. Verkäufer sind verpflichtet, diese Portemonnaie-Bedingungen sorgfältig durchzulesen, bevor sie ihnen zustimmen. Abweichende Bedingungen von Verkäufern werden nicht anerkannt, es sei denn, DaWanda stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.
    2. Diese Portemonnaie-Bedingungen ergänzen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von DaWanda für die Nutzung des Marktplatzes („DaWanda-AGB“), sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von MANGOPAY für die Nutzung von E-Geld („MANGOPAY-AGB“).
    3. DaWanda ist weder Betreiber von MANGOPAY, noch an Zahlungsvorgängen oder der Zahlungsabwicklung bei der Nutzung des Portemonnaies beteiligt. Für die Nutzung von MANGOPAY gelten die MANGOPAY-AGB, denen jeder Verkäufer im Zuge der MANGOPAY-Registrierung gesondert zustimmen muss.
  2. Funktionsweise des Portemonnaies

    1. Wenn zwischen einem Verkäufer und einem Käufer über den Marktplatz ein Kaufvertrag unter Einbeziehung einer von MANGOPAY angebotenen Bezahlmöglichkeit zu Stande gekommen ist und der Käufer den Gesamtkaufpreis unter Nutzung einer von MANGOPAY angebotenen Bezahlmöglichkeit zur Zahlung angewiesen hat, wird der vom Käufer angewiesene Gesamtkaufpreis über MANGOPAY als E-Geld dem Portemonnaie des Verkäufers gutgeschrieben.
    2. Die Funktionsweise von MANGOPAY und des Portemonnaies ergibt sich im Übrigen aus den MANGOPAY-AGB.
    3. Für die von MANGOPAY erbrachten Leistungen fallen Portemonnaie-Gebühren nach Maßgabe von Ziffer 3 dieser Portemonnaie-Bedingungen an. DaWanda ist berechtigt, die Portemonnaie-Gebühren nach Maß-gabe von Ziffer 4 dieser Portemonnaie-Bedingungen unmittelbar gegenüber dem Verkäufer abzurechnen.
  3. Portemonnaie-Gebühren

    Für die Nutzung des Portemonnaies und die in diesem Zusammenhang von MANGOPAY erbrachten Leistungen berechnet DaWanda dem Verkäufer Gebühren in Form einer Transaktionsprovision, einer Transaktionsgebühr und einer Auszahlungsgebühr (insgesamt „Portemonnaie-Gebühren“) nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen.

    • Transaktionsprovision: Bei jedem Zahlungseingang in das Portemonnaie („Zahlungseingang“) fällt eine Provision („Transaktionsprovision“) in Höhe von 0.0% des jeweils eingegangenen Betrages an.
    • Tansaktionsgebühr: Zusätzlich zur Transaktionsprovision fällt bei jedem Zahlungseingang eine Transaktionsgebühr („Transaktionsgebühr“) in Höhe von 0,30 € an.
    • Auszahlungsgebühr: Auszahlungen des in dem Portemonnaies befindlichen E-Geld Betrages auf ein Bankkonto des Verkäufers sind grundsätzlich gebührenfrei. Abweichend von vorstehendem Satz fällt eine Auszahlungsgebühr in Höhe von 2,00 € pro Auszahlungsvorgang an („Auszahlungsgebühr“), wenn das Bankkonto, auf welches die Auszahlung erfolgt, von dem Geltungsbereichs des Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (SEPA-Raum) nicht erfasst ist.
  4. Abrechnung der Portemonnaie-Gebühren

    1. DaWanda rechnet die Portemonnaie-Gebühren gegenüber dem Verkäufer nach Maßgabe und im Rahmen des in den DaWanda-AGB beschriebenen Rechnungsstellungsverfahrens monatlich auf einer einheitlichen Rechnung („DaWanda-Rechnung“) zusammen mit sonstigen etwaigen vom Verkäufer an DaWanda zu zahlenden Gebühren transparent ab.
    2. Die Portemonnaie-Gebühren werden in der DaWanda-Rechnung als eigenständige Buchungspunkte ausgewiesen und nach der jeweiligen Gebührenart aufgeschlüsselt (siehe Ziffer 3 dieser Portemonnaie-Bedingungen).
  5. Folgen von Rückbuchungen durch Käufer bei Pflichtverletzung des Verkäufers

    1. Wenn der Käufer unter Nutzung einer von MANGOPAY angebotenen Bezahlmöglichkeit einen Betrag an den Verkäufer bezahlt hat und diesen Betrag später zurückbuchen lässt (z. B. durch Stornierung einer Zahlung per Kreditkarte oder durch Widerruf einer erteilten Lastschrift) und die Rückbuchung auf einem vom Verkäufer verursachten und zu verantwortenden Umstand beruht (z. B. im Falle der Verweigerung eines berechtigen Kaufpreisrückzahlungsbegehrens des Käufers) und MANGOPAY einen hieraus ggf. resultierenden Fehlbetrag aufgrund mangelnder Deckung des Portemonnaies des Verkäufers an DaWanda weiterreicht, ist der Verkäufer verpflichtet, DaWanda den hieraus entstandenen Schaden (z. B. den rückgebuchten Kaufpreis) zu ersetzen.
    2. Die Schadensersatzpflicht der Verkäufers gegenüber DaWanda nach vorstehender Ziffer 5.1 gilt entsprechend, wenn der Schaden bei MANGOPAY oder sonstigen Dritten entsteht und DaWanda insoweit zur Geltendmachung des Schadens ermächtigt ist.
  6. Maßnahmen bei Missbrauchsverdacht

    1. Liegen konkrete Anhaltspunkte dafür vor, dass der Verkäufer bei der Nutzung von E-Geld gegen diese Portemonnaie-Bedingungen, gegen die DaWanda-AGB, gegen die MANGOPAY-AGB oder gegen geltendes Recht verstoßen hat oder verstößt („Missbrauchsverdacht“), behält sich DaWanda das Recht vor, gegenüber dem Verkäufer Maßnahmen nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zu ergreifen.
    2. Bis zur vollständigen Ausräumung eines Missbrauchsverdachts kann DaWanda unter anderem die nachfolgenden Maßnahmen ergreifen:
      • Einschränkung der im Rahmen von MANGOPAY zur Verfügung gestellten Zahlungsmöglichkeiten auf bestimmte Bezahlarten, die dem Käufer innerhalb der Produktbeschreibung des Verkäufers angezeigt werden;
      • Vorübergehende Sperrung des Zugangs zum Portemonnaie. DaWanda behält sich weitere Maßnahmen ausdrücklich vor.
    3. Erlangt DaWanda Kenntnis von einem Missbrauchsverdacht (z. B. durch Beanstandungen Dritter), wird DaWanda den Verkäufer grundsätzlich vor dem Ergreifen von Maßnahmen informieren. Dabei kann DaWanda dem Verkäufer eine dem Einzelfall angemessene Frist zur Stellungnahme setzen.
    4. Der Verkäufer erteilt unwiderruflich seine Zustimmung dazu, dass DaWanda zum Schutz der Integrität des Marktplatzes Beschränkungen der im Rahmen von MANGOPAY zur Verfügung gestellten Bezahlmöglichkeiten, die dem Käufer innerhalb der Produktbeschreibung durch den Verkäufer angezeigt werden, auch dann vornehmen kann, wenn ein Missbrauchsverdacht gegenüber einem oder mehreren Käufern (z. B. bei Kreditkartenmissbrauch durch Käufer) besteht und daher eine oder mehrere Zahlungsmöglichkeiten gegenüber dem betreffenden Käufer bzw. den betreffenden Käufern aus Sicherheitsgründen nicht angeboten werden soll.
  7. Haftungsbeschränkung

    1. Die Haftung von DaWanda für folgende Ansprüche richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften:
      • Ansprüche des Verkäufers wegen Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit;
      • Ansprüche des Verkäufers bei arglistigem Verschweigen eines Mangels durch DaWanda oder wegen Fehlens einer Beschaffenheit, für die DaWanda eine Garantie übernommen hat;
      • Ansprüche des Verkäufers, die auf vorsätzlichem oder grob fahrlässigem Verhalten von DaWanda selbst, ihrer gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen beruhen; und
      • Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz.
    2. Im Übrigen gilt Folgendes: DaWanda haftet bei leicht fahrlässiger Schadensverursachung nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), d. h. von Pflichten, deren Erfüllung zur Erreichung des Vertragszwecks erforderlich ist oder auf deren Einhaltung der Verkäufer regelmäßig vertrauen darf. Bei Verletzung von Kardinalpflichten ist die Haftung von DaWanda begrenzt auf den Ersatz des typischen und bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schadens. Im Übrigen ist eine Haftung von DaWanda bei leicht oder einfach fahrlässiger Schadensverursachung ausgeschlossen.
    3. Eine Haftung von DaWanda für eine nicht bestehende oder eingeschränkte Verfügbarkeit des Portemonnaies ist ausgeschlossen. Insbesondere bestehen keine Ansprüche gegen DaWanda, wenn und soweit eine nicht bestehende oder eingeschränkte Verfügbarkeit des Portemonnaies Auswirkungen auf mögliche oder abgeschlossene Verträge zwischen Käufern und dem Verkäufer hat.
    4. DaWanda haftet nicht für die Durchführung von Verträgen zwischen Käufern und Verkäufern bzw. zwischen MANGOPAY und Verkäufern. DaWanda hat auf den Inhalt der MANGOPAY-AGB keinen Einfluss und übernimmt hierfür keine Haftung oder Verantwortung.
    5. DaWanda ist nicht für die Beitreibung, Einziehung oder sonstige Durchsetzung von Ansprüchen von Verkäufern gegenüber Käufern (z. B. auf Kaufpreiszahlung, Schadensersatz oder Rückerstattung des Kaufpreises) verantwortlich. Dies obliegt allein dem jeweiligen Verkäufer.
  8. Vertragsdauer und Kündigung

    1. Der Nutzungsvertrag (siehe Ziffer 1.1 dieser Portemonnaie-Bedingungen) einschließlich dieser Portemonnaie-Bedingungen wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.
    2. DaWanda und der Verkäufer können den Nutzungsvertrag jederzeit mit einer Frist von 30 (dreißig) Tagen ordentlich kündigen.
    3. Das Recht beider Parteien, den Nutzungsvertrag bei Vorliegen eines wichtigen Grundes jederzeit ohne Einhaltung einer Frist zu kündigen (§ 314 BGB) bleibt unberührt.
    4. Bei Beendigung des Vertrages zwischen dem Verkäufer und MANGOPAY über die Nutzung von MANGOPAY (gleich ob durch Kündigung oder in sonstiger Weise) endet der Nutzungsvertrag zwischen DaWanda und dem Verkäufer automatisch. Das Gleiche gilt im umgekehrten Fall.
  9. Widerrufsbelehrung

    Wenn Sie den Nutzungsvertrag als Verbraucher im Sinne von § 13 BGB abschließen, d. h. als natürliche Person, die das Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können, haben Sie das folgende Widerrufsrecht:

    Widerrufsrecht:

    Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (DaWanda GmbH, Windscheidstraße 18, 10627 Berlin, E-Mail feedback@dawanda.com, Fax: 030 - 257 608 52, Telefon: 01805 - 3292632 (0,14 € (inkl. Mwst.) / Min. aus dem deutschen Festnetz; aus den Mobilfunknetzen höchstens 0,42 € pro Minute.)) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief, Telefax oder E Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.

    Folgen des Widerrufs:

    Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben), unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.

    Ende der Widerrufsbelehrung

  10. Anwendbares Recht; Gerichtsstand; Vertragssprache

    1. Jegliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit dem Nutzungsvertrag und diesen Portemonnaie-Bedingungen unterliegen deutschem Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
    2. Ausschließlicher Gerichtsstand für Kaufleute, juristische Personen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen ist der eingetragene Sitz von DaWanda. Dies gilt auch, wenn der Verkäufer keinen allgemeinen Gerichtsstand im Staat der betreffenden DaWanda-Plattform (erkennbar an der Domain z. B. „de“ für Deutschland) hat oder nach Abschluss des Vertrages seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort aus dem Staat der betreffenden DaWanda-Plattform in einen anderen Staat verlegt, oder wenn der Wohnsitz oder gewöhnliche Aufenthaltsort des Verkäufers nicht bekannt ist. Im Übrigen gelten die gesetzlichen Regelungen.
    3. Die Vertragssprache ist Deutsch. Die Korrespondenz zwischen DaWanda und dem Verkäufer erfolgt in deutscher Sprache. Eine auf unserer Webseite ggf. verfügbare Übersetzung dieser Portemonnaie-Bedingungen ist unverbindlich; maßgeblich ist allein die deutsche Fassung.
  11. Änderungen dieser Portemonnaie-Bedingungen; Salvatorische Klausel

    1. DaWanda behält sich das Recht vor, diese Portemonnaie-Bedingungen jederzeit und ohne Nennung von Gründen zu ändern. Änderungen wird DaWanda dem Verkäufer spätestens zwei (2) Wochen vor deren Inkrafttreten mitteilen. Sie erlangen Wirkung, wenn der Verkäufer nicht vor dem jeweiligen Zeitpunkt des Inkrafttretens der Geltung der Änderungen widerspricht.
    2. Sollte eine Bestimmung dieser Portemonnaie-Bedingungen ganz oder teilweise nichtig, unwirksam, undurchführbar oder nicht durchsetzbar sein oder werden, so werden die Wirksamkeit und die Durchsetzbarkeit der übrigen Bestimmungen dieser Portemonnaie-Bedingungen davon nicht berührt. An die Stelle der (teilweise) nichtigen, unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung soll die wirksame und durchführbare Bestimmung treten, die dem Sinn und Zweck der Bestimmung möglichst am nächsten kommt. Sollten sich die Portemonnaie-Bedingungen als lückenhaft erweisen, gelten die Bestimmungen als vereinbart, die dem Sinn und Zweck der vertraglichen Vereinbarung entsprechen und vereinbart worden wären, wenn die Parteien sich der Lücke bewusst gewesen wären.

DaWanda GmbH

Stand: Juni 2016