Frage
Hersteller, die bei DaWanda beginnen wollen, müssen sich die wichtige Frage stellen, ob sie mit ihrem DaWanda-Shop “Privatverkäufer” oder schon „gewerblich“ tätig sind. Wo liegen die Unterschiede ?

Antwort
Entscheidend ist, ob Sie nach dem BGB als „Verbraucher“ oder als „Unternehmer“ anzusehen sind. Den im Alltag oft verwendeten Begriff des „Privatverkaufs“ kennt das Gesetz hingegen nicht.

Sie sind Unternehmer, wenn Sie Ihre Waren – so die Rechtsprechung – „planmäßig gegen Geld anbieten“. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie etwas verkaufen, das Sie zuvor gezielt zum Zweck des Verkaufs hergestellt oder selbst eingekauft haben. Es entscheidet also der Zweck, zu dem Sie den Verkaufsgegenstand oder seine Bestandteile erworben, hergestellt oder bearbeitet haben. Das gilt auch dann, wenn Sie nur geringe Mengen verkaufen oder einen geringen Umsatz machen. Für die Einstufung als unternehmerische Tätigkeit gibt es keine gesetzliche „Bagatellgrenze”. Es spielt auch keine Rolle, ob Sie mit dem Verkauf einen Gewinn erzielen, lediglich Ihre Anschaffungskosten wieder hereinholen oder sogar Verlust machen. Der Begriff des Unternehmers umfasst alle Gewerbetreibenden und Freiberufler.

Sie sind Verbraucher, wenn Sie einzelne, gebrauchte Gegenstände aus Ihrem Privathaushalt verkaufen – zumindest, wenn es sich dabei um „haushaltsübliche“ Mengen handelt. Bei großen Stückzahlen, oder wenn es sich überwiegend um Neuware handelt, kann es die Rechtsprechung teilweise anders sehen.

Die Unterscheidung zwischen Unternehmer und Verbraucher ist wichtig, denn als Unternehmer unterliegen Sie in der Regel der Umsatz-, Gewerbe- und Einkommensteuer und ggf. weiteren Steuern. Daneben müssen Sie u.a. diverse Regelungen des Verbraucherschutzes beachten (z.B. Widerrufsrecht, Gewährleistung, Produkthaftung).

Allerdings gibt es im Gesetz und in der Rechtsprechung auch keine ganz scharfe Abgrenzung, sondern es kommt auf die Gesamtumstände des Einzelfalles an. In Zweifelsfällen tendiert die Rechtsprechung aber zur Einordnung als unternehmerisches Handeln. Die Einordnung als Unternehmer dürfte auf die meisten DaWanda-Verkäufer zutreffen.

Dies bedeutet nicht, dass Sie resignieren sollten oder gar nichts auf DaWanda anbieten können. Ein Gewerbe oder ein Kleingewerbe anzumelden geht schnell, ist nicht teuer und als Hersteller oder Verkäufer von Produkten profitieren Sie von einigen erheblichen Vorteilen. Wie Sie bei der Anmeldung eines Gewerbes oder Kleingewerbes vorgehen, erklären wir in unserem Beitrag „Anmeldung bei Gewerbeamt und Finanzamt“.

BeispielSie finden im Keller Ihr altes Kinderspielzeug, das Sie gern verkaufen würden. Oder Sie beschließen, die sechs selbst hergestellten Motivsocken, die Sie eigentlich Ihrem Enkel schenken wollten, doch lieber bei DaWanda anzubieten. In diesen Fällen dürften Sie als Verbraucher handeln.
Sie kaufen im Handel Einzelteile, um daraus ein DaWanda-taugliches Designerstück zu zaubern. Oder Sie nähen Ihre Tischdecke zu vier praktischen Handtaschen um, um damit Ihren DaWanda-Shop zu ergänzen. Dann handeln Sie unternehmerisch.
Rechtsnormen § 13 BGB, § 14 BGB, § 1 GewO, § 1 HGB