Frage: Ab 1. 8. 2012 gilt die „Button-Lösung“ – Was müssen DaWanda-Verkäufer beachten?

Antwort: Zum 1. 8. 2012 wird die „Button-Lösung“ eingeführt – und in diesem Rahmen ändern sich einige Vorschriften im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Im Kern gibt es für DaWanda-Händler, die Artikel an Verbraucher verkaufen, folgende Punkte zu beachten:


1. Der Button „zahlungspflichtig bestellen“

Ein Kaufvertrag kommt nur dann wirksam zustande, wenn der Kauf über eine Schaltfläche („Button“) abgeschlossen wird, die beschriftet sein muss mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“, „kaufen“ oder einem vergleichbar eindeutigen Text. Der Käufer soll über einen solchen Button also unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht werden, dass er einen Vertrag schließt, der mit einer Zahlungspflicht verbunden ist. Deshalb wird die Gesetzesänderung auch „Button-Lösung“ genannt. DaWanda hat bereits im Mai 2012 den Button „zahlungspflichtig bestellen“ eingeführt. Als DaWanda-Verkäufer müssen Sie sich um diesen Punkt also nicht kümmern.


2. Die „wesentlichen Merkmale“ der Ware

Die Button-Lösung bringt eine weitere Neuerung mit sich: Auf der Seite, auf der der Käufer den Button „zahlungspflichtig bestellen“ findet, müssen alle Artikel des Warenkorbs noch einmal mit allen ihren „wesentlichen Merkmalen“ (so die gesetzliche Bezeichnung) aufgelistet werden. Während es früher genügte, in groben Zügen die Artikel-Art anzugeben („T-Shirt“, „Notizblock“), müssen ab 1. 8. 2012 die Artikel genauer aufgelistet werden, z.B. unter Angabe von Größe, Farbe, Materialangaben etc.

Die Gesetzesänderung will damit erreichen, dass der Käufer versehentliche Fehlkäufe (z.B. wegen falscher Farbe oder falscher Größe) erkennen und vermeiden kann. Und wenn sich hierdurch die Rücksendequote verringert, nützt das natürlich auch dem Verkäufer.
Damit Sie die „wesentlichen Merkmale“ Ihrer DaWanda-Artikel eingeben können, stellt DaWanda ein zusätzliches Eingabefeld in der Maske „Produktbeschreibung“ zur Verfügung. In dieses Feld geben Sie also die auf das wesentliche reduzierte Fassung der Produktbeschreibung ein.
Unten finden Sie einige Beispiele, wie Sie die „wesentlichen Merkmale“ Ihrer Artikel im neuen Eingabefeld darstellen können.


3. Hinweis auf mögliche weitere Steuern oder Kosten

Wenn Sie Ihre Ware ins Ausland außerhalb der Europäischen Union liefern möchten, können für den Käufer Zoll oder Einfuhrsteuern anfallen. Diese Kosten werden nicht vom Verkäufer erhoben, sondern von den Behörden des Empfängerlandes. Nach dem neuen Gesetzestext müssen Verkäufer einen „Hinweis auf mögliche weitere Steuern oder Kosten“ auf der Seite mit dem Bestellbutton zur Verfügung stellen. Als Verkäufer sollten Sie sich daher informieren, ob auf Ihre Ware im Zielland solche Steuern oder Kosten erhoben werden. Wenn dies der Fall ist, stellen Sie eine entsprechende Information dem Käufer zur Verfügung. Benutzen Sie dafür das bereits oben genannte neue Eingabefeld, indem Sie Ihre Kosteninformation hinter den „wesentlichen Merkmale der Ware“ eingeben.


Beispiel: Beispiele für wesentliche Merkmale der Ware:


Seidenschal – Material: reine Seide, Größe: 30x120 cm, Farbe: bordeauxrot


T-Shirt „Chamäleon“ – Material: 100% Baumwolle, Größe: M, Farbe: weiß, Motiv: Chamäleon in limettengrün


Notizblock – Recyclingpapier ungebleicht, 300 Blatt, Blattformat 10 cm x 10 cm, Klebebindung auf dem Blockrücken


Pendelleuchte – Material: Transparentpapier, Farbe: cremeweiß, Durchmesser: 25cm, Höhe: 35 cm, mit Fassung (E27) und Anschlusskabel (2 Meter), aber ohne Leuchtmittel, Gewicht: 290 Gramm (ohne Leuchtmittel)


Bastelperlen – Material: Glas mit mattierter Oberfläche, Durchmesser: 8 mm, Farbe: Violett, Perlen sind gelocht zum Aufziehen auf eine Kette (Lochdurchmesser ca. 1 mm), 28 Stück in einer Packung


Beispiel für Hinweis auf mögliche weitere Steuern und Kosten:

„Bei der Lieferung in die Schweiz fällt für den Käufer zusätzlich die schweizerische Mehrwertsteuer von 8% auf den Kaufpreis an.“

Rechtsnormen § 312g BGB, Artikel 246 EGBGB

Stand: 30.07.2012